Einblick in meinen Arbeitsprozess:
Die Entstehung der „Winter-Eule“
Material & Tools
- Untergrund: Daler – Rowney Fine Grain – Heavyweight DIN A3 200g/m²*
- Farben: AirbrushColor4You von Herterich Products*
- Airbrushpistole: Gaahleri GHAD-39*
- Zusätzlich: Aquarellstifte Albrecht Dürer von Faber Castell*, Molotow flüssiger Maskierfilm*
(*Alle Links dienen nur der Info. Keine Werbung oder Affiliate. Alles ist selbst gekauft!
Das Material: 🎨✨

Auf dem Foto sind alle im Bild verwendeten Farben zu sehen. In den einzelnen Schritten habe ich die Farbnamen erwähnt.
Schritt 1: Die DIN-A4-Vorzeichnung habe ich mit einem Grafikprogramm so bearbeitet, dass ich sie mit einem normalen DIN-A4-Drucker auf zwei Blätter ausdrucken konnte. Wie genau ich das gemacht habe, kannst du im Beitrag „DIN A3 auf DIN A4 drucken“ nachlesen. Dort habe ich es ganz genau beschrieben.
Mit Graphitpapier habe ich die Vorzeichnung auf den Untergrund übertragen.

Hier kannst du dir die Vorzeichnung herunterladen.

Schritt 2: Das Bild ist an den Kanten mit rosa sensitive Tesaband abgeklebt und zusätzlich mit Kreppband auf einem Whiteboard fixiert. Die Eule habe ich mit einer Papierschablone, die ich aus dem Ausdruck der Vorlage geschnitten habe, abgedeckt. Da das Whiteboard magnetisch ist, lässt sich die Schablone mit Magneten fixieren. Kleinere Elemente im Hintergrund, die keine Hintergrundfarbe abbekommen sollen, schütze ich mit flüssigem Maskierfilm von Molotow.
Die Augen der Eule habe ich schon ausgeschnitten, bevor ich die Schablone aufgelegt habe, da ich nicht auf dem Untergrund schneiden möchte. Damit keine Farbe auf die freigestellten Flächen kommen, habe ich diese auch mit dem rosa Klebeband geschützt.

Schritt 3: Mit einer Mischung aus Stretcher, Extreme White, Skin Light und nur wenig Nuts O’Brown habe ich einige Stellen des Hintergrunds ganz zart eingefärbt. Der Hintergrund bleibt in zarten Farben, damit sich später die Eule und die roten Elemente davon gut abheben können.
Mit diesem Gedanken sprühe ich die Farbe nur ganz dezent und vorsichtig auf.

Schritt 4: Die nächste Farbmischung ist auf den Hintergrund gekommen. Extreme White mit etwas Turquoise. Auch hier wird wieder nur ganz vorsichtig und dezent an einigen Stellen die Farbe aufgesprüht.
Schritt 5: Mit einer Mischung Stretcher und Steel Blue habe ich den Hintergrund links und rechts von der Eule etwas abgedunkelt. Aber auch wieder nur vorsichtig und in ganz dünnen Schichten. Als nächstes entfernte ich den Maskierfilm mit einem Kreppgummi und dann habe ich auch die Papierschablone vom Untergrund genommen.
Jetzt lässt sich auch gut der Kontrast vom Hintergrund zum Papierweiß erkennen.

Schritt 6: Mit Ruby Red und Stretcher habe ich in mehreren Schichten die Mütze, den Schal und die Beeren angelegt. Dabei habe ich die Lichtrichtung von rechts oben beachtet. So dass die dunkelsten Stellen links und unten sind. Die Falten in der Mütze und im Schal sind besonders sorgfältig anzulegen, um die realistische Wirkung zu erhalten.

Schritt 7: Mit einer Mischung aus Ruby Red, Steel Blue, Nuts O’Brown und Stretcher habe ich eine Schattenfarbe gemischt. Damit dunkle ich nun die Falten und die Schatten der Beeren ab.
Natürlich auch hier wieder ganz vorsichtig und in ganz dünnen Schichten. Denn jede Schicht verändert die Farbe auf dem Untergrund. Da ist es auch ratsam, mal eine Pause zwischendurch zu machen und das Bild mi etwas Abstand anzuschauen.
Tipp: Für Schattenfarben nutze ich nur ganz selten Schwarz. Gerade Rot- und Gelbtöne werden mit Schwarz schnell stumpf und schmutzig.
Schritt 8: Mit einer Mischung aus Nuts O’Brown und Stretcher im Farbnapf werden jetzt Augen und Körper der Eule angelegt. Ich beginne mit den dunkelsten Stellen. Dort, wo ich feine Linien und Details brauche, habe ich die Nadelschutzkappe abgeschraubt. So habe ich einen besseren Blick, wo ich mit der Pistole arbeite, und ich kann leichter die Nadelspitze von Tip Dry befreien, wenn es nötig ist. Allerdings muss ich so auch viel vorsichtiger arbeiten, da die Nadelspitze nun ungeschützt ist.
Beim ersten Bild kannst du gut die Details der Federn am Schnabelansatz erkennen. Im mittleren Bild habe ich eine Sprühprobe der Gaahleri GHAD39 fotografiert. Sie sprüht wirklich sehr fein und hat ein sauberes Sprühbild. Ich habe sie bei diesem Bild zum ersten Mal eingesetzt und in nächster Zeit wird es einen ausführlichen Testbericht zu dieser Einsteiger Pistole geben. Wenn du das nicht verpassen willst, dann abonniere am besten die bunte Flaschenpost. Du wirst dann sofort benachrichtigt, wenn es neue Tutorials, Rezensionen und Tests gibt.
Schritt 9: Zeit für ein paar Details und ein anderes Medium. Ich arbeite sehr gerne mit Buntstiften in meinen Airbrusharbeiten. Damit lassen sich zum einen Details und Feinheiten gut einarbeiten und die Stifte geben noch eine weitere Struktur dazu, was die Arbeit lebendiger macht. Ich habe die Aquarellbuntstifte von Albrecht Dürer benutzt und auf dem Foto links siehst du die Farben, die ich eingesetzt habe.
Mit den Stiften habe ich einige Konturen geschärft, Schatten weiter vertieft und die Nadeln der Tannenzweige gezeichnet. Das rechte Bild zeigt den aktuellen Stand bis dahin.

Schritt 10: In diesem Schritt habe ich mich um das Volumen des Körpers und des Kopfs der Eule gekümmert. Benutzt habe ich dafür die Farbe Skin Tan mit etwas Stretcher. Mit dünnen Schichten und verschiedenem Abstand vom Untergrund habe ich die Federstrukturen angedeutet. Wenn man beim Farbauftrag mit der Airbrushpistole näher an den Untergrund kommt, erhält man dünnere und farbintensivere Striche. Bei einem größeren Abstand werden die Striche unschärfer und heller. Die Mitte vom Bauch hat so gut wie keine Farbe abbekommen. Hier habe ich bewußt das Weiß vom Untergrund stehengelassen.
Auch um die Augen herum habe ich mit Skin Tan und Stretcher die Farbe und das Volumen intensiviert.
Schritt 11: Mit Sulfur und Stretcher in der Pistole habe ich den Schnabel und die Füße farbig gestaltet. Mit Skin Tan und etwas Stretcher habe ich die dunkleren Bereiche nochmal überarbeitet. Mit viel Stretcher und wenig Infinity Black habe ich die Schatten im weißen Fellrand und im Bommel der Mütze gesprüht. Für die Augen kamen Dark Ghost Black und Nuts O’Brown zum Einsatz.
Schritt 12: Das erste Bild zeigt den bisherigen Zwischenstand, nachdem die Papierschablone wieder entfernt wurde. Dann kamen Skin Light und Extreme White – jeweils wieder mit Stretcher verdünnt – zum Einsatz. Damit habe ich die Federn an den Flügeln und die hellen Stellen am Körper herausgearbeitet.
Schritt 13: Das erste Bild zeigt den bisherigen Zwischenstand, nachdem die Papierschablone wieder entfernt wurde. Dann kamen Skin Light und Extreme White – jeweils wieder mit Stretcher verdünnt – zum Einsatz. Damit habe ich die Federn an den Flügeln und die hellen Stellen am Körper herausgearbeitet. Ebenfalls wurden der Bommel, der Pelzbesatz an der Mütze und die Glanzstellen der roten Beeren und im Schal mit Extreme White und Stretcher weiter ausgearbeitet. Das Ergebnis sieht man im dritten Foto.

Schritt 14: Für die letzten Details wurden mit Sulfur und Ruby Red die Beeren noch leicht überarbeitet. Und die Tannenzweige habe mit Chromoxid Green etwas mehr Tiefe bekommen. Auch im Hintergrund wurde ein leichter Hauch Chromoxid Green gesprüht.. Damit war das Bild fertig.
Noch ein Wort zu den Fotos 📷
Die Bilder sind während des Malprozesses entstanden – und zwar bei ganz unterschiedlichem Licht. Deshalb schwankt die Qualität ein wenig. Ich hoffe, du siehst trotzdem gut, wie das Bild Schritt für Schritt gewachsen ist.
Dein Feedback ist mir wichtig 💬
Jetzt bin ich gespannt auf deine Meinung: 👉 Wie gefällt dir so ein Einblick hinter die Kulissen? 👉 Möchtest du öfter Beiträge sehen, in denen ich meinen kreativen Prozess dokumentiere?
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Ich bin hin und weg… wahnsinnig interessant! Gerne mehr davon, liebe Heike 🤩