
Hast du dich schon einmal gefragt, woher die Überlieferungen, Sagen und Mythen von Göttern, magischen Lichtgestalten und Engeln eigentlich herkommen? Was, wenn dies gar keine Märchen oder erfundenen Geschichten sind? Wenn solche Wesen tatsächlich seit Urbeginn der Zeit und noch davor existieren und sich den Menschen vor Urzeiten gezeigt haben?
Als die Ljosskaer – eben jene Lichtwesen, die Erde verließen, nahmen sie den Menschen das Wissen und die Erinnerung an ihre Existenz. Übrig geblieben sind nur kleine Bruchstücke, die in die Regionen von Märchen, Legenden und Religionen gedrängt wurden.
Das wahre Wissen allerdings befindet sich in Erebos Archiv in Solgaard.
Dieses Archiv ist eine wahre Fundgrube an alten Überlieferungen und Aufzeichnungen aus diesen Zeiten.
Die Ljosskaer
Aufzeichnung des Chronisten Edric van Tiderloom
Jenseits der Schleier von Raum und Zeit, wo das Leuchten des Äthers in sanften Pulsen lebt, wandeln die Ljosskaer – ätherische Lichtwesen von einer Anmut, die irdische Worte kaum zu fassen vermögen.
Sie entstehen, wenn reine Energie beginnt, sich zu verdichten und eine Gestalt aus Licht zu gebären. Ihre Lebensspanne misst sich nicht in Jahren, sondern in Zeitaltern, und doch sind sie sterblich. Denn wie jede Flamme verzehrt sich auch ihr Leuchten im Lauf der Zeit.
Erscheinung
Die Ljosskaer sind hochgewachsen, von feingliedriger Gestalt und mit langen, schlanken Gliedmaßen. Ihr Körper ist zart, fast durchsichtig, umgeben von einem sanften, hellen Strahlen. Dieses Licht macht sie für Sterbliche oft unwirklich, als stünden sie halb im Diesseits, halb im Äther.
Um ihre Erscheinung den Sterblichen gefälliger zu machen, können sie sich zu einer menschlicheren Gestalt manifestieren.
Lebenszyklus
Nähert sich das Ende eines Ljosskaer, wird sein Licht schwächer, seine Form durchscheinender. Schließlich löst er sich in unendlich kleine Partikel auf – und kehrt in den Äther zurück, aus dem er kam.
Kraftquelle & Verwundbarkeit
Licht ist ihr Lebensquell. Wer einem Ljosskaer seine Energie entzieht oder ihn vom natürlichen Licht fernhält, raubt ihm die Kraft zu bestehen. Ohne Strahlen verklingt sein Dasein.
Die Begegnung mit dem friesischem Volk
Vor Jahrhunderten antworteten die Ljosskaer auf die Rufe und Beschwörungen der Menschen von Ostfriesland. Aus dieser Begegnung erwuchs ein Bund: Die Ljosskaer schenkten reiche Ernten und volle Netze, lehrten die Heilkunde der Kräuter und die Grundsätze eines gesunden Lebens.
Lange währte diese Zeit des Gleichgewichts – bis einige Menschen nach mehr verlangten. In den Tagen der Häuptlinge und Freibeuter begannen sie, mit dunklen Künsten zu experimentieren. Ihre Beschwörungen öffneten den Pfad zu den Svartnatt.
Die Svartnatt

Aufzeichnungen des Chronisten Edric van Tiderloom
In den Tiefen von Heelskogen, einer Welt jenseits der Schleier, lebt das dämonische Volk der Svartnatt. Sie sind Meister der schwarzen Magie, doch ihre Blütezeit liegt weit in der Vergangenheit. Von den einst zahllosen Zauberwirkern blieben nur drei, deren Namen von Furcht getragen werden:
Morokhan, der Schattenfürst; Sokovara, die Nebelherrin; und Thranos Schattenschwinge, Anführer der Schattenarmee.
Der große Krieg
Im „Großen Krieg“ zwang Morokhan seine Magier, jede letzte Kraft in das Offenhalten des Schattenportals zu legen, während es von Ljosskaer und Halblingen unter magischen Beschuss genommen wurde. Das Portal wurde schwer beschädigt, doch es schloss sich nicht. Die mächtigsten Magier starben, und nur wenige, weniger begabte Zauberer überlebten.
Gesellschaft & Herrschaft
Die Svartnatt sind brutal und kriegerisch. Mitleid und Gnade gelten ihnen als Makel – Zeichen einer Schwäche, die ihr Volk verachtet. Ihre Gesellschaft ist eine strenge Androkratie: Nur die Stärksten herrschen.
Die Skugganöttr

Die Schattenkreaturen und ihre Entstehung
Unter den Svartnatt existieren Wesen, deren Existenz selbst das eigene Volk scheut: die Skugganöttr. Unberechenbar, bösartig und tödlich – und einst selbst Svartnatt. Diese Kreaturen sind schwer unter Kontrolle zu halten.
In alten Zeiten waren die Svartnatt Gestaltwandler. In ihrer zweiten Gestalt waren sie noch kräftiger, ausdauernder, bösartiger und tödlicher, als ohnehin. Doch vor Morokhans Herrschaft experimentierten Magier mit Substanzen, die ihre Krieger grausamer, stärker und widerstandsfähiger machen sollten.
Die Wirkung war durchschlagend – und verflucht zugleich:
- eine unstillbare Sucht und Abhängigkeit
- Krämpfe und Tobsuchtsanfälle bis zu
- tödlichen Zuckungen
- der Verlust jeder Rückkehr in ihre wahre Gestalt – sie wurden zu den Schattenkreaturen
- Unfruchtbarkeit
Die Skugganöttr bewegen sich sowohl auf allen vieren als auch aufrecht, was ihnen eine unheimliche, unberechenbare Gestalt verleiht. Ihre Bewegungen sind geschmeidig und lautlos, fast wie Schatten, die lebendig werden.
Ihr Fell ist tiefschwarz und scheint das Licht zu verschlucken, sodass sie oft nur als dunkle Silhouetten wahrgenommen werden. Aus ihren weit aufgerissenen Mäulern ragen lange, spitze Zähne, die jederzeit bereit sind, gnadenlos zuzubeißen. Ein schleimiger, ätzender Geifer tropft aus ihren Fangzähnen – berührt man ihn, brennt er wie Feuer auf der Haut und kann Wunden schnell infizieren.
Die Augen der Skugganöttr glühen in einem brennend rotem Schimmer, der jeden Eindringling bis ins Mark erschauern lässt. Ihre Präsenz allein verbreitet Angst und eine lähmende Kälte, die die Luft um sie herum zu erstarren scheint.
Stärken und Schwächen der Skugganöttr
Im Kampf sind sie wild und ungestüm, aber auch clever und hinterlistig. Sie nutzen ihre Fähigkeit, sich schnell zu bewegen und zwischen aufrechter und vierbeiniger Haltung zu wechseln, um ihre Opfer zu überraschen und zu übermannen. Ihre Sinne sind geschärft, besonders ihr Gehör und Geruchssinn – sie spüren jede Regung in ihrer Nähe.
Sie können Schatten um sich sammeln, um sich zu tarnen oder sogar kurzzeitig zu verschmelzen, was sie zu geisterhaften Jägern macht, die schwer zu fassen sind.
- Doch am machtvollsten ist ihre Tarnung. Die Skugganöttr sind nicht nur wilde Bestien, sondern auch Meister der Dunkelheit. Sie können Schatten regelrecht anziehen und um ihren Körper bündeln. Das sieht aus, als ob dunkle Nebelschwaden aus ihnen herausfließen oder sie in einen Schleier aus tiefer Finsternis gehüllt sind. Diese Schatten helfen ihnen, sich fast unsichtbar zu machen – besonders in der Nacht oder in dunklen Ecken. Sie können die Schatten sogar formen, um kurze Angriffe aus der Dunkelheit heraus zu starten, etwa wie peitschende Tentakel aus purer Finsternis.
- Ihr Heulen klingt verzerrt und unnatürlich und wirkt oft schon aus der Ferne wie eine Warnung. Man sagt, wer das Heulen hört, hat nur noch wenig Zeit zu leben.
- Doch trotz ihrer schrecklichen Kräfte haben die Skugganöttr Schwächen:
- Licht und Feuer sind ihre größten Feinde. Helles, reines Licht zwingt sie zurück in die Schatten und kann ihre Gestalt schwächen oder sogar verletzen. Feuer vertreibt die dunklen Nebel um sie herum und lässt sie sichtbar und verwundbar werden.
- Runen und Siegel alter Magie können sie bannen oder zumindest für kurze Zeit fesseln. Besonders nordische Schutzzeichen halten die Schattenwesen fern.
Morokhans Aufstieg
Als die Katastrophe für die Svartnatt offenbar wurde, erschlug Morokhan den damaligen Schattenfürsten und nahm selbst den Thron. Seitdem sucht er nach Wegen, die Svartnatt zu alter Macht und Stärke zurückzuführen – koste es, was es wolle.
Dass die Schattenkreaturen einst Brüder und Schwestern im Blut waren, ist dem Großteil seines Volkes längst nicht mehr bekannt.
